Oracle AFD – ASM Filter Driver ist deprecated

Zuerst ein kleiner Rückblick: Für das Device Management im Zusammenhang mit Oracle ASM hat Oracle vor sehr langer Zeit die oracleASM Kernel Treiber eingeführt (Oracle 9i oder 10g). Durch diese Kernel Treiber wurde der IO Durchsatz optimiert und die Administration sollte einfacher sein (war diese teilweise auch). Beginnend mit Oracle 12c standen dann alternativ auch AFD Treiber zur Verfügung, die weiter Funktionalitäten wie den Schutz der AFD LUNs gegen versehentliches partitionieren oder formatieren. Mit Oracle 18c/19c war dann die Empfehlung von oracleASM auf AFD umzusteigen, weil oracleASM nicht mehr weiterentwickelt und unterstützt werden sollte.

Jetzt gibt es die Rolle rückwärts! AFD ist ab dem Linux Kernel 5.9 (UEK7, UEK8, etc.) nicht mehr supportet und ab 5.14 nicht mehr nutzbar. Das wird im MOS Artikel KB125315 Oracle Automatic Storage Management Filter Driver (ASMFD) genauer ausgeführt. Letztendlich gab es ab diesem Linux Kernel Änderungen, die ein weiteres funktionieren von AFD verhindert haben.

Um dieses Problem zu lösen hat Oracle den oracleASM (ASMLIB) auf die Version 3.x aktualisiert, der jetzt wieder für alle Kernels (Oracle UEK 7/8, RHEL ab 8.4 und SLES ab SLES15/sp3) unterstützt wird. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit ausschließlich UDEV Kernel Rules für die Erzeugung von persistenten LUNs-Namen und protections zu sorgen. Ein Beispiel für solche UDEV Regeln findet man im Oracle 19c Grid Infrastructure Installation and Upgrade Guide for Linux.

Nur, was macht man, wenn man aktuell Oracle AFD einsetzt um wieder auf Oracle ASMLib umzusteigen?
Auch dafür gibt es im Oracle 19c Grid Infrastructure Installation and Upgrade Guide for Linux eine Anleitung sowohl für Oracle RAC als auch Oracle Restart Implementierungen. In beiden Fällen muss man zuerst einige OneOff Patches sowohl in das Grid Infrastruktur als auch Datenbank Home einspielen. Erst dann ist die Migration (in mehreren Schritten) möglich.

Dabei muss man unbedingt die Voraussetzungen prüfen:

  • Mindestvoraussetzungen an die Kernel Version
  • Oracle ASMLIB muss in der richtigen Version (3.1 oder neuer) vorliegen.
  • Die ASM Diskgroup Einstellung compatible.rdbms muss auf 12.2.0.1.0 oder höher stehen.

Natürlich sollte man auch unbedingt sicherstellen, dass man vor dem Start der Umstellung aktuelle Backups der Datenbanken und aller Archivelogs auf NON-ASM Devices (Beispielsweise Backuplösungen oder NFS) gemacht hat. Sollte bei der Migration etwas passieren, muss man in der Lage sein alles wieder von Backups zu restoren. Das ist zwar recht unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen.

Weitere Referenzen